Kirsten van den Bogaard / DE

Das Besondere des Banalen.

Die Malerin Kirsten van den Bogaard nimmt den Betrachter mit auf einen Spaziergang durch die Großstadt. Dabei konzentriert sie sich ausschließlich auf zufällige Begegnungen, löst die Figuren aus ihrer Umgebung und lädt zur Kontemplation ein.

Ihre fotorealistischen Gemälde sind keine Portraits, vielmehr bieten sie Kulisse und Projektionsfläche für die eigene Phantasie: Betrachter und Umgebung spiegeln sich - mehr oder weniger dezent - im glänzenden, monochromen Malgrund und beleben die dargestellte Szenerie spontan zu einem ganz individuellen, persönlichen Motiv.

Die Werke von Kirsten van den Bogaard sind bildliche Zitate des Alltags – anonym, agil, pur und ästhetisch in ihrem Momentum.


Aktueller Werkzyklus - Where else. Wo sonst.

„Maler sind wie Autoren. Sie erzählen Geschichten. Sie zeigen, spiegeln, erfinden Welten. Nur ohne Worte“.

Das Oeuvre der Künstlerin Kirsten van den Bogaard zeigt in erster Linie vertraute alltägliche Beobachtungen, die sie ästhetisch auf den Menschen als Figur reduziert und dem Betrachter zur eigenen Interpretation als Malerei überlässt.

Im Werkzyklus „Where else“ kehrt die Künstlerin ihre Bildsprache um und stellt erstmals einen Ort malerisch auf dem für sie typisch spiegelnden Malgrund Dibond dar. Der Mensch, die Figur, tritt als Outline-Zeichnung zurück. Die gemalte Collage aus Wasser und Wolken wird von einer Linie dominiert, die ruhig, aufwärtsstrebend und farbkräftig das Bild quert. Das Zitat eines Wellenkamms, einer Uferlinie, eines Flusses, einer Route?

Es ist das zweite Mal, dass sich Kirsten van den Bogaard dem Stilmittel der Collage bedient. „Vincents Archiv“ verglich den Alltag von Damals und Heute als klassische Papierarbeit auf Basis eines alten Bildarchivs des Malers Vincent van den Bogaard, ihrem Vater.

Die Werke „Where else“ entstanden während der Pandemie und ignorieren das Alltägliche. Sie sind ein Versprechen für die nahe Zukunft. Der Zyklus wirft einen optimistischen, erfrischenden und zuversichtlichen Blick nach vorn. Auf eine Welt voller Möglichkeiten und allen Freiheiten. Die Malerin bleibt ihrem reduzierten Stil treu und lässt mit nur wenigen Bildelementen in der Phantasie des Betrachters Geschichten entstehen.

Sie entführt an Orte, die nur in der eigenen Vorstellungskraft existieren. Wo auch sonst?